Die Hinrunde der ersten Drittligasaison der BSG Traktor ist vorbei. Mit einem 1:0-Arbeitssieg beim abgeschlagenen Tabellenletzten 1.FC Prinzessin sorgte Ekkehard Tebarek mit seinem goldenen Tor für den 7. Saisonsieg für die Minimalisten aus Preddöhl. Zum 6. Mal hieß das Ergebnis am Ende 1:0, nur gegen SC Union 06 konnte mit einem anderen Ergebnis (3:2) dreifach gepunktet werden.
Auch wenn mit 28 Punkten und Platz 6 für den unerwarteten Aufsteiger der Vorsaison eigentlich das Fazit nur positiv ausfallen kann, so zeigen jeweils 20 geschossene Tore (viertschlechtester Wert) wie auch die 20 Gegentor (geteilter viertbester Wert) deutlich die Stärken und Schwächen auf.
Das sensationelle Hinrundenergebnis wurde dabei trotz zahlreicher Verletzungen erreicht. So fielen mit Höster und Heise zwei Spieler quasi die ganze Hinrunde aus, dazu fehlten Top-Außenverteidiger Weisgerberg, Torgarant Brüggert und Abwehrchef Zeiter mehrere Wochen. Auch Behrend und Kutsch mussten mehrere Wochen passen. Zuletzt verletzte sich auch noch Lysyuk und wird der BDG Traktor mindestens die halbe Rückrunde fehlen.
Beim Blick auf die einzelnen Mannschaftsteile wurden viele Erwartungen aus der Saisonvorbereitung bestätigt.
Tor
Als eindeutige Nummer 1 hat sich Arnold durchgesetzt. Karrenberg kam nur zu einzelnen Einsätzen. Team-Manager Couchpotatoe hatte angesichts des Erfolgslaufes wenig Grund, den konstant gut haltenden Arnold öfter zu wechseln. Hinter Arnold und Karrenberg konkurrieren die Zukunftshoffnungen Lynas und Schneidereit um die Nummer 3. Beide zeigten eine sehr gute Leistungsentwicklung, bei deren Fortsetzung beide die Zukunft im Tor der BSG Traktor sein können
Innenverteidigung
Klarer Abwehrchef bleibt Zeiter. Um die Position des zweiten Innenverteidigers konkurrieren Hermannson und Wetzel, wobei der junge Neuzugang Wetzel mehr als vor der Saison gedacht, dem arrivierten Hermannson Einsatzzeiten abzuluchsen. Beide hatten aber erhebliche Probleme in der neuen Liga, insbesondere Wetzel konnte sich aber gut stabilisieren. Kutsch und Kazmierczak kamen noch zu keinen Einsätzen. Negativ ist nur die geringe Produktivität nach vorne (zusammen kein Tor, 1 Assist), allerdings war der Focus verständlicherweise zunächst auf die Defensive gelegt.
Außenverteidigung
Weisgerberg war auch in der ersten Preddöhler Drittligasaion der überragende Mann in der Außenverteidigung. Er steuerte auch den einzigen Scorerpunkt der Außenverteidiger bei (1 Assist), wie bei den Innenverteidigern lag der Focus fast ausschließlich auf Defensive.
Überraschend konnte der talentierte Kuhlemeier nahezu keinen Druck auf den arrivierten Altermann ausüben, so dass Letzterer weiterhin seinen Stammplatz behaupten konnte. Der junge Tinner kam zu einem Einsatz.
Defensives Mittelfeld
im defensiven Mittelfeld spielte Thomas Tänzer der überragende Mann der Hinrunde. 7 Tore, 1 Assist, dazu ein umsichtiges und dominantes Verhalten. In diesem Mannschaftsteil spiele mit Oleksandr Lysyuk (1 Tor) aber auch der Spieler, der die Erwartungen am wenigsten erreicht hat. Der mit viel Vorschusslorbeeren versehene Neuzugang hat für die Rückrunde aber auch das Handycap, zunächst langfristig verletzt auszufallen.
Hinter Tänzer und Lysyuk kam der talentierte Tebarek zu 5 Einsätzen und deutete sein Potential mehr als an (1 Tor, 1 Vorlage). In seiner letzten Saison kam Routinier Wiltschka nur zu 4 Einsätzen udn konnte leider nicht an die dominanten Auftritte der letzten Jahre anknüpfen. Auch seine Torgefährlichkeit kam bisher nicht zum tragen. Behrend kam zu einem Einsatz.
Offensives Mittelfeld
Nach der Verletzung von Höster waren Herter und Kieselhorst zumeist gesetzt, wobei das Eigengewächs Kieselhorst (2 Tore, 4 Assists) deutlich besser performte als Neuzugang Herter (1/2). Spannend wird, wie Höster nach seinem Comeback am letzten Hinrundenspieltag in den Kampf um die Stammplätze eingreifen kann. Gegen 1.FC Prinzessin, wenn auch Tabellenletzter, zog er schon wieder gut die Fäden.
Bufi, Kellmann (2 Scorerpunkte (1/1) in 2 Spielen) und Mintert kamen nur zu einzelnen Einsätzen. Seyidov kam, wie vor der Saison bereits klar, nur bei Trainingsspielen zum Einsatz.
Sturm
Im Angriff waren Brüggert und Schawe nach der Verletzung von Heise unbestritten. Bei scorten auch regelmäßig, wobei Brüggert (5/2) mehr selber traf, während Schawe (2/7) eher Tore vorbereitete. Gliha kam auf einige Einsatzminuten, in denen er aber nicht überzeugen konnte. Spannend wird, wie sich in der Rückrunde Nikolai Heise einbringen kann und ob Team-Manager Couchpotatoe das bisherige Erfolgsduo auseinanderreißt.
Akuten Handlungsbedarf dürfte das Management vermutlich in keinem Mannschaftsteil sehen, vielleicht wird die Langzeitverletzung von Lysyuk noch zu einem Umschauen führen.
Spannender dürfte aber sein, wie das Team in der Rückrunde mit einer längeren Durststrecke oder gar Niederlagenserie umgeht. Bisher konnte nach jeder Niederlage gepunktet werden. 28 Punkte sind zwar eine herausragende Leistung für einen Aufsteiger, aber keine Garantie für den Klassenerhalt. Es heißt also, gleich von Beginn an (Rückrundenauftakt im Derby bei Hellersdorf) für die fehlenden Punkte zu sorgen.